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Digitalisierung

Tierheim-Software richtig auswählen: 12 Kriterien vor der Entscheidung

Was Vereine vor der Software-Auswahl klären sollten: Datenschutz, Rollen, Vermittlungssichten, Fundtier-Meldung, SEPA-Export und Migrationspfad – die entscheidenden Fragen kompakt.

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Software-Entscheidungen im Ehrenamt sind selten Bauchentscheidungen – und noch seltener rückholbar. Wer einmal Bestände, Spenden und Vermittlungen in einem System hat, wechselt nicht so schnell wieder. Umso wichtiger ist es, vor der Auswahl die Kriterien zu klären, die im Alltag wirklich zählen.

011. Datenschutz und Serverstandort

Verarbeitet die Software personenbezogene Daten in der EU? Gibt es einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV)? Sind Datenexport und Löschung DSGVO-konform umgesetzt? Ohne saubere Antworten hier ist alles andere zweitrangig.

022. Rollen- und Rechtekonzept

Ehrenamtliche brauchen keinen Vollzugriff. Pflegestellen sehen idealerweise nur ihre Tiere. Der Vorstand braucht Auswertungen, aber keinen Zugriff auf medizinische Details jedes Einzeltiers. Prüfen Sie, wie granular das Rollen-System ist – und ob es sich ohne Entwickler anpassen lässt.

033. Tierakte als 360°-Sicht

Kann ich auf einen Klick sehen, was mit einem Tier bisher passiert ist – von Aufnahme über jede Impfung, jede Kommunikation mit Interessenten bis zur letzten Nachkontrolle? Wenn nicht, wird die Doku wieder zur Zettelwirtschaft.

044. Vermittlungssichten für Interessenten

Öffentliche Vermittlungs-Profile mit SEO-freundlichen URLs sind heute Standard. Prüfen Sie: eigenes Design möglich? Datenschutz-Filter (welche Felder sind öffentlich?). Statusübergänge (reserviert / vermittelt) automatisch synchron?

055. Fundtier-Modul und Kommunen-Abrechnung

Kann die Software Fundanzeigen erzeugen, Verwahrungsfristen automatisch berechnen und einen Fundtier-Kostenbeleg für die Kommune generieren? Für Vereine mit kommunalem Auftrag ist das der wirtschaftlich wichtigste Punkt.

066. SEPA-Lastschrift und Zuwendungsbescheinigung

Erzeugt die Software gültige pain.008-XML-Dateien? Werden Zuwendungsbescheinigungen im amtlichen Muster automatisch generiert – inklusive Vereinfachung bis 300 EUR? Wenn nein, bleibt die Buchhaltung Handarbeit.

077. Mehrmandantenfähigkeit

Führen Sie mehrere Standorte, Ortsgruppen oder Auslandsprojekte? Dann ist eine echte Multi-Tenant-Architektur mit klarer Trennung, aber gemeinsamer Auswertung Gold wert.

088. Auslandstierschutz-Workflow

TRACES, EU-Heimtierausweis, Quarantäne, Transporte – prüfen Sie, ob die Software den Auslands-Workflow abbildet oder Sie ihn parallel in Excel führen müssen.

099. Rollierendes Backup und Audit-Log

Automatische, geografisch getrennte Backups sind nicht optional. Ebenso wichtig: ein Audit-Log, das nachvollziehbar macht, wer wann was geändert hat – Grundlage jeder Vorstands- und Prüferbewertung.

1010. Migrationspfad aus Excel / Alt-System

Wie kommen die Bestandsdaten rein? Gibt es einen Import-Assistenten, Mapping-Vorlagen und einen Testlauf-Modus? Ohne Migrationspfad wird der Umstieg zum Projekt, das nie startet.

1111. Preismodell und Kostenwahrheit

Nutzerabhängig, tierabhängig, modulweise? Rechnen Sie Ihr realistisches 3-Jahres-Szenario durch – inklusive Ehrenamtlichen, die im Peak (z.B. Kastrationssaison) hinzukommen.

1212. Community und Weiterentwicklung

Wird die Software aktiv weiterentwickelt? Gibt es Feedback-Kanäle, Roadmap und regelmäßige Releases? Tote Software ist im Ehrenamt teurer als teure Software.

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Einführung einer Tierheim-Software realistisch?
Für einen mittelgroßen Verein mit 30–80 aktiven Tieren zwischen 4 und 12 Wochen – abhängig von Datenqualität im Alt-System und Verfügbarkeit ehrenamtlicher Schlüsselpersonen.
Können wir mehrere Software-Systeme parallel nutzen?
Technisch ja, praktisch nein. Doppelpflege bricht spätestens nach 3 Monaten zusammen. Besser: ein Leitsystem, an das Nebensysteme über Schnittstellen andocken.
Was passiert mit unseren Daten, wenn wir die Software wechseln?
Das ist die wichtigste Frage vor der Auswahl. Bestehen Sie auf einem vollständigen, maschinenlesbaren Export (CSV oder JSON) aller Ihrer Daten – vertraglich zugesichert.

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